Existenzgründung

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Rechtsformen

Die Auswahl der geeigneten Rechtsform muss sorgfältig überlegt werden. Lassen sie sich gegebenenfalls vorher eingehend beraten. Nachfolgend möchte ich ihnen die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale vorstellen.

Bei der Auswahl der Rechtsform ihres Unternehmens gilt es folgende Überlegungen anzustellen.

Benötigen sie eine Haftungsbeschränkung? Welche Unternehmensart ist gut für die Außenwirkung und welche gilt als Kreditwürdig? Wie hoch sind die Kosten für die Gründung? Wie hoch ist der formale Aufwand für die Gründung und der Aufwand für die weitere Unternehmensführung?

Vorab die wichtige Bemerkung, wenn sie öffentliche Fördermittel, z.B. ein Existenzgründerdarlehen beantragen wollen, muss der Antrag vor der Gründung eingereicht und angenommen werden. Erst dann dürfen sie gründen. Erkundigen sie sich vorher bei ihrer Bank oder bei der Mittestandsförderung.

Unabhängig von der Rechtsform müssen sie ihr Gewerbe anmelden. Ausgenommen sind dabei Freiberufler, die wissenschaftlich, künstlerisch, technisch, erzieherisch, unterrichtend oder beratend tätig sind. Die Entscheidung, ob sie als Freiberufler oder nicht einzustufen sind, triff das für sie zuständiges Finanzamt. Auch ihr Steuerberater kann ihnen dazu nähere Auskünfte erteilen.

Bei der Gründung einer OHG, KG, GmbH oder AG müssen sie sich in das Handelregister eintragen lassen, was zusätzliche Kosten verursacht. Sie können sich auch als Kaufmann in das Handelsregister eintragen lassen. Für Kaufleute gelten die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches.

Für die Rechtform des Einzelunternehmers oder des Freiberuflers gelten folgende Anforderungen und Hinweise:

Ihr Name des Unternehmens besteht aus ihrem Vor- und Zunamen. Sie benötigen für die Gründung kein Mindestkapital. Die Haftung ist unbeschränkt, das heißt sie haften als Unternehmer mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen. Die Geschäftsführung haben sie als Inhaber. Sie merken, die Kosten und der Aufwand bei der Gründung einen Einzelunternehmens sind sehr gering.

Ähnlich gering ist der Aufwand bei der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, abgekürzt (GbR). Bei mindestens zwei Gründern kann keine Gründung eines Einzelunternehmens mehr erfolgen, sondern hier tritt die Gründung als GbR auf. Der Name des Unternehmens besteht aus den Vor- und Zunamen aller Gesellschafter und dem Zusatz GbR. Sie benötigen für die Gründung ebenfalls kein Mindestkapital. Wie auch bei einer KG oder OHG haftet jeder Gesellschafter für die GbR unbeschränkt, gesamtschuldnerisch und unmittelbar. Unbeschränkt, das heißt sie haften mit ihrem gesamten Privat- und Betriebsvermögen, gesamtschuldnerisch, das heißt jeder Gesellschafter haftet für die gesamten Schulden des Unternehmens und nicht nur mit seinem prozentualen Anteil am Unternehmen und unmittelbar, das heißt jeder Gläubige kann sich unmittelbar an einen Gesellschafter wenden, der für die Schulden aufkommen soll. Die Geschäftsführung hat jeder Gesellschafter inne, kann aber auch vertraglich eingeschränkt werden.

Als weitere einfache Möglichkeit einer Gründung kann die Partnergesellschaft genannt werden. Hierfür bedarf es mindestens zwei Gründer. Der Name des Unternehmens besteht aus mindestens einem Vor- und Zunamen mit dem Zusatz und Partner oder Partnerschaft. Als weitere Angabe müssen sie die Berufsbezeichnungen aller in der Partnerschaft vorhandenen Berufe nennen. Für die Gründung bedarf es auch kein Mindestkapital. Es entstehen aber zusätzliche Kosten für die Eintragung in das Partnerschaftsregister beim Amtsgericht. Jeder Gesellschafter hat die Geschäftsführung inne und haftet unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch.

Die Offene Handelsgesellschaft (oHG) ist der GbR ähnlich. Dadurch, dass hier eine Kaufmannseigenschaft vorausgesetzt wird, muss die OHG in das Handelsregister eingetragen werden. Der Firmenname wird mit dem Zusatz, der das Gesellschafterverhältnis andeutet, versehen. Für die Gründung bedarf es auch kein Mindestkapital. Jeder Gesellschafter haftet unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch.

Für die Gründung einer Kommanditgesellschaft bedarf es mindestens eines Komplementärs und eines Kommanditisten. Der Komplementär ist der Vollhafter und haftet unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch. Der Kommanditist ist der Teilhafter, der nur beschränkt haftet und zwar bis zur Höhe seiner Kapitaleinlage. Die Geschäftsführung hat der Komplementär inne.

Für die Gründung einer GmbH benötigen sie als Stammkapital bzw. Mindestkapital 25.000 Euro. Die Haftung ist beschränkt auf das Vermögen der Gesellschaft. Beachten sie aber bei der Kreditvergabe einer Bank an die GmbH, verlangen diese zusätzlich, dass das Geld das sie ihrer GmbH leihen auch von ihnen persönlich abgesichert sind.

Das Besondere an einer GmbH ist, dass sie eine juristische Person darstellt. Das bedeutet, dass sie als Geschäftführer ihrer eigenen GmbH im Namen und zum Schutz ihrer GmbH handeln müssen. Und dieser Schutz meint ebenfalls, die GmbH vor ihren eigenen Interessen als Privatperson zu schützen, oder anders, sie können nicht einfach Geld aus der GmbH für ihre eigenen privaten Zwecke nehmen. Denn das Geld gehört nicht ihnen sondern der GmbH. Deswegen zahlen sie sich als Geschäftführer der GmbH auch ein Gehalt. Möchten sie darüber hinaus Geld aus ihrer GmbH nehmen, muss dieses vertraglich geregelt werden und zwar zu solchen Konditionen, die die GmbH nicht schädigt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Führung einer GmbH zu beachten ist, ist das die Gefahr einer Insolvenz bei einer GmbH deutlich größer ist als bei einem Einzelunternehmen. Dieses hängt mit der Meldepflicht zusammen, sobald ihre GmbH nicht mehr über genügend Eigenkapital verfügt. Sie merken die Führung einer GmbH ist ein komplizierte Angelegenheit, die eine eingehende persönliche Beratung erfordert. Ich möchte deswegen nur noch darauf hinweisen, dass neben der Handelsregistereintragung auch ein hoher formaler Aufwand für das Führen einer GmbH erforderlich ist.

Neben den bereits erwähnten Rechtsformen gibt es noch die GmbH und Co. Kg. Bei dieser Unternehmensform ist der Komplementär kein Mensch, sondern eine GmbH. Damit wird das Haftungsrisikos des Komplementärs auf die Höhe der Stammeinlage der GmbH reduziert.

Um zu entscheiden, welche Unternehmensform die zweckmäßigste ist, seien nochmals die wichtigsten Punkte auf die geachtet werden sollte genannt: Mindestanzahl der Gründer, Mindestkapital, ist eine Haftungsbeschränkung nötig? Kosten für die Gründung, Aufwand für die Führung des Unternehmens und die steuerlichen Aspekte.

 

 

 

 

 

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