Existenzgründung

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Businessplan

Ich möchte nun einige einzelne Punkte des Businessplanes erläutern.

Was sollte ein Businessplan enthalten und wie sollte er aufgebaut sein? Für die Erstellung gilt es zu erst zu bemerken: so viel Fakten und so wenig allgemeine Aussagen wie nötig! Diese Fakten stellen sie präsentationsfähig in einer übersichtlichen strukturierten Form dar. Der Businessplan gibt ihnen nicht nur Planungssicherheit, sondern ist auch eine wichtige Grundlage für Gespräche mit Geschäftspartnern.

Der Businessplan hat zuerst ein Deckblatt auf dem mit einem Satz ihre beabsichtigte Gründung genannt wird. Auf dem Deckblatt sollten auch ihre Kontaktdaten, wie Name und Adresse stehen. Wenn sie sich schon einen Firmennamen ausgedacht haben und auch schon ein Firmenlogo entwickelt haben, können sie das auch schon auf das Deckblatt bringen.

Nach dem Deckblatt folgt das Inhaltsverzeichnis. Das wie folgt gegliedert sein kann:

1. Übersicht oder auch Executive Summary genannt.
2. Angaben zu den Gründerpersonen
3. Beschreibung des Produktes und des Kundennutzen
4. Marktanalyse
5. Marketingkonzept und Absatzkonzept
6. Finanzplanung
7. Anhänge


Die Übersicht
Die Executive Summary erstellen sie zum Schluss, denn sie enthält alle wesentlichen Erkenntnisse des Businessplanes zusammenfassend dargestellt. Das heißt, sie nennen den beabsichtigten Gründungszeitpunkt ihres Unternehmens, den Zweck des Unternehmens, die Leistungsbeschreibung ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung, den daraus resultierenden Kundennutzen, ihre Wettbewerbsvorteile, die Ergebnisse ihrer Marktanalyse, die Zielgruppe und die Kunden ihrer Dienstleistung oder ihres Produktes und ihre angedachte Absatzstrategie. Zum Abschluss stellen sie die Kompetenzen der Gründungspersonen dar und nennen ihren Gesamtkapitalbedarf. Diese Zusammenfassung soll nicht länger als zwei Seiten sein und es sollten alle wesentlichen Dinge angesprochen werden, so das der Leser eine Vorstellung ihrer Geschäftsidee erfährt. Verwenden sie auf eine präzise formulierte Zusammenfassung ausreichend Zeit. Bedenken sie, dass der Leser sich nach dieser Zusammenfassung bereits eine Meinung gebildet haben wird. Flüchtige Formulierungen können ihren gesamten Businessplan in ein ungünstiges Licht rücken, während eine klare, sachliche und schlüssige Darlegung Interesse und eine positive Einstellung bewirken kann. Betrachten sie die Zusammenfassung als die Visitenkarte ihres Businessplanes. Am besten verwenden sie für ihren ersten Satz eine erklärende und werbewirksame Formulierung, die ihren Unternehmenszweck und den Kundennutzen ganz deutlich hervorhebt.

Zweitens: Gründerpersonen
Die Angaben zu den Gründerpersonen sollten knapp gehalten werden. Entscheidend ist, dass sie ganz deutlich ihre Kompetenzen für die geplante Gründung und für eine spätere Unternehmensführung hervorstellen. Bedenken sie, dass der Businessplan auch von Personen gelesen wird, die sie persönlich nicht kennen werden. Gerade bei einer angedachten Kreditvergabe durch eine Bank wird ihr Businessplan nochmals von einer zweiten ihnen nicht bekannten Person gegengelesen, die nur aufgrund ihres Businessplanes entscheiden wird. Das heißt, sie müssen mit ihrer Selbstdarstellung und den Fakten überzeugen.

Drittens: Produkt- oder Dienstleistungsbeschreibung
Das Produkt und den Kundennutzen darzustellen ist schwieriger als es zunächst den Anschein hat. Gerade bei technischen Produkten muss bedacht werden, dass die Beschreibung auch für einen Laien verständlich wird, dabei sollten sie, wenn es nötig ist, ihrem Businessplan auch eine Zeichnung oder eine Fotografie beifügen. Sie müssen die Funktionsweise nicht detaliert darstellen, sondern viel entscheidender ist die Darlegung, welches Problem mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung gelöst wird oder welche Nachfrage mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung befriedigt wird. Schreiben sie dazu auch auf, wie das von ihnen gelöste Problem oder die von ihnen zu befriedigende Nachfrage bisher gelöst wurde. Wenn sie Patente, Warenzeichen, Urheberrechte oder andere Rechte besitzen, nennen sie diese. Aus ihrer Darlegung muss der Kundennutzen ganz deutlich erkannt werden. Wenn in ihrem Markt bereits Konkurrenzprodukte zum Einsatz kommen, müssen sie den zusätzlichen Nutzen der Kunden bei ihren Produkten herausstellen. Dieses kann ein günstiger Preis oder ein zusätzlicher Service sein. Wobei zu beachten ist, dass ein günstiger Preis auch schnell von ihren Mitbewerbern angeboten werden kann und die bedingt durch eine bessere finanzielle Ausgangslage und vielleicht besseren Bezugskonditionen diese Art der Preispolitik länger als sie durchhalten können. Setzen sie stattdessen lieber auf eine Qualitätsstrategie indem sie besseren und umfangreicheren Service anbieten. Verfolgen sie aber eine Preisstrategie, erklären sie, warum sie ihre Preise niedriger kalkulieren können und dabei immer noch profitabel sind und wenn ihr Preise höher sind als die Preise ihrer Konkurrenten müssen sie das z.B. über die Qualität, Zusatzservice, Garantie, kürzer Lieferzeiten oder mit anderen Vorteilen rechtfertigen.

Viertens: Markt und Wettbewerbsanalyse
In ihrer Beschreibung der Markt- und der Wettbewerbsanalyse müssen deutlich die Chancen, die sie in ihrer Recherche erfasst haben, herausgearbeitet werden. Wenn sie schon Kunden haben oder Verträge mit Kunden bestehen, nennen sie diese hier. Beschreiben sie den Umfang der Geschäfte und zu wie viel Prozent diese ihren angestrebten Jahresumsatz ausmacht. Aus ihrer Analyse muss deutlich erkannt werden, dass sie sich mit ihrem Produkt oder mit ihrer Dienstleistung im Wettbewerb behaupten und sich im Markt positionieren können.

Fünftens: Marketingkonzept und Vertriebskonzept
Mit ihren Marketingkonzept präsentieren sie ihre Unternehmensphilosophie und wie sie nach außen hin wahrgenommen werden wollen und vor allem wie sie in den Markt und somit zu ihren Kunden kommen wollen. Listen sie ihre beabsichtigten Strategien bezüglich Werbung, Public Relations, Verkaufsförderung und persönlichen Verkauf auf, die sie anwenden wollen, um die Aufmerksamkeit ihrer potentiellen Kunden für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zu gewinnen. Hierbei helfen ihnen die Erkenntnisse, die sie aus ihrer Markt- und Wettbewerbsanalyse gewinnen konnten. Mit der genau definierten Zielgruppe können sie zielgerichtetes Marketing leisten.

Beschreiben sie, wie und welche Medien sie zur Verbreitung ihrer Werbung, ihrer Produkte oder ihrer Dienstleistung nutzen wollen. Bedenken sie das kurzfristige aufwendige Kampagnen für neue Unternehmen meist auch nur einen kurzfristigen Markterfolg generieren. Prüfen sie daher die Kosten und den Nutzen von verschiedenen Marketinginstrumenten sorgfältig und wählen sie die geeignetste aus.

Zum guten Marketing gehört auch ein einheitliches Design, das sogenannte Corporate Design. Indem sie das Logo, die Geschäftspapiere, ihre Visitenkarte, die Berufskleidung und die Fahrzeugbeschriftung einheitlich in Farbe und Gestaltung präsentieren, geben sie ihrem Unternehmen eine unverwechselbare Identität und schaffen einen hohen Wiedererkennungswert. Beachten sie, dass sie bei allen Aktionen ihre Kunden in den Mittelpunkt ihrer Bestrebungen stellen.

Auf welchem Vertriebsweg erreichen sie ihre Kunden. Erörtern sie hierbei kurz die Vor- und Nachteile verschiedener Absatzmöglichkeiten.

Sechstens: Finanzplan
Mit den vorhergenannten Punkten ihres Businessplans z.B. der Marktanalyse und der Produktbeschreibung haben sie deutlich werden lassen, dass sie fachlich geeignet sind, sich mit ihrer Idee selbstständig zu machen. Mit dem Finanzplan müssen sie zeigen, dass sie auch in kaufmännischer Hinsicht erfolgreich sein werden. Hier entscheidet sich, ob ihre Geschäftsidee wirtschaftlich tragfähig ist und kreditwürdig. Für die kreditgebenden Stellen ist dieser Teil das Kernstück ihrer Existenzgründung. Deswegen sollten sie, wenn nicht genügend eigene Vorkenntnisse bestehen, für die Erstellung eines plausiblen Finanzplan ihren Steuerberater oder einen Wirtschaftsprüfer miteinbeziehen.

Im Finanzplan stellen sie den Kapitalbedarf, die Personalplanung, die Umsatz- und Ergebnisplanung, die Liquiditätsplanung und den Finanzierungsplan für die ersten drei bis fünf Geschäftsjahre dar.

Der Kapitalbedarf setzt sich z.B. aus den Investitionen, den Gründungskosten, Marketingkosten, Beratungskosten und den Kosten für ihren eigenen Lebensunterhalt zusammen. Gegebenfalls müssen sie auch Kosten für eine erste Warenausstattung einkalkulieren.

Investitionskosten fallen bei der Büroeinrichtung, der Ladeneinrichtung, der Lagereinrichtung und der Werkstatteinrichtung, bei der Anschaffung von Fahrzeugen sowie dem Erwerb von Grundstücken und Gebäuden an. Die Erstausstattung an Waren kann aus fertigen Produkten und aus Materialien zur Weiterverarbeitung bestehen. Erkundigen sie sich bei den Zuliefern nach deren Zahlungsmodalitäten für Existenzgründer, denn diese können sich im Gegensatz bei schon bestehenden Unternehmen z.B. bei Zahlungszielen und Rabatten sehr unterscheiden.

Die Gründungskosten setzen sich aus der Anmeldung bei den zuständigen Behörden und dem Anwalts- bzw. Notarkosten zusammen.

Die eigenen Lebenshaltungskosten sollten sie auf der Basis ihrer bisherigen Lebenshaltungskosten kalkulieren. Nehmen sie nicht zu große Änderungen ihrer Kosten vor, das kann beim Untertreiben zur einer schlechten inneren Einstellung und beim Übertreiben zu einer Misswirtschaft und Verschwendung führen. Beachten sie bitte, dass sie auch die Kosten für ihre eigene soziale Absicherung mit einrechnen müssen. Hierzu gehören die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeit und die Vorsorge für ihre Rente.

Wenn sie am Anfang ihrer Existenzgründung nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, ihre nicht fachlichen Arbeiten abzugeben, müssen sie sich z.B. auch mit der Buchführung, dem Marketing und den rechtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen. Bedenken sie aber, dass viele Vorschriften, die sie beachten müssen sehr komplex sind, daher ist der Weg zu einem Rechtsanwalt gerade bei einer größeren Gründung ratsam. Hierbei sollten sie auf einen Rechtsanwalt zurückgreifen, der zum einen auch Notar ist und zum anderen spezialisiert ist auf Unternehmensgründungen. Ebenso sollten sie bei der Wahl ihres Steuerberaters darauf achten, dass dieser in dem Bereich Existenzgründungen Erfahrungen besitzt. Ob sie weitere externe Berater, z.B. einen Gründungscoach, einen Marketingspezialisten oder beratende Ingenieure benötigen, hängt von der Art ihrer Gründung und ihrem Geschäftsfeld ab. Entscheidend ist, dass sie die hier zu erwartenden Kosten auch im Finanzteil ihres Businessplans berücksichtigen.

Ein weiter Kostenpunkt sind die betrieblichen Versicherungen. Hierbei müssen sie selber entscheiden, welche für sie in Betracht kommen und vor allem welche notwendig sind. Genannt sein sollen hier nur die Betriebshaftpflichtversicherung, Inventar- und Warenversicherung, Geräteversicherung oder eine Betriebsunterbrechungsversicherung.

Bei der Aufstellung der Kosten für die Personalplanung müssen sie beachten, dass sie auch die Lohnnebenkosten, die aus den Abgaben für die Renten, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung bestehen, miteinkalkulieren.

Die Umsatz- und Ergebnisplanung besteht aus den realistischen Annahmen ihres Absatzes und den daraus resultierenden Gewinn. Der Gewinn muss auf Dauer ihren Lebensunterhalt, die Kosten für das laufende Geschäft und die Kosten für zukünftige Investitionen decken. Daraus resultiert, dass sich dieser Mindestgewinn sich mit der zu erwartenden Höhe ihres Umsatzes, den sie aus ihrer Markt- und Wettbewerbsanalyse annehmen, erwirtschaften lässt. Bedenken sie auch, dass alle für den Umsatz zur Verfügung stehenden Ressourcen und Kapazitäten, z.B. ihre Arbeitskraft richtig und realistisch beurteilt werden und es hier nicht zu einer undurchführbaren Überbeanspruchung kommt.

Die Liquiditätsplanung, in der die monatliche Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben dargestellt wird, gibt ihnen jederzeit und vor allem rechtzeitig den Überblick, ob sie noch zahlungsfähig sind und ob noch genügend Geldmittel vorhanden sind, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Messen sie ihrem Liquiditätsplan daher den größten Stellenwert bei. Selbst bei rentablen Unternehmen kann mangelnde Liquidität zur Insolvenz führen! Diese Liquidität muss nicht durch ihre eigene Geldmittel alleine gedeckt werden, sondern kann auch über Kredite abgesichert werden. Bedenken sie aber, sobald ein Liquiditätsengpass eingetreten ist, ist es sehr schwer weitere Kredite bewilligt zu bekommen oder die Kreditlinie erhöht zu bekommen. Daher sollten sie bei der Kapitalbedarfsermittlung einen ausreichenden Puffer einplanen, der auch unvorhergesehene Liquiditätsengpässe abdecken kann. Rechnen sie daher immer damit, dass Kunden auch verspätet zahlen können.

In den Liquiditätsplan tragen sie alle laufenden Umsätze ein. Zu den liquiden Mitteln, das heißt den Kassenbestand und ihr Bankguthaben werden die Betriebseinnahmen und sonstige Einnahmen dazu addiert und die Abgänge an liquiden Mitteln das wären z.B. Personalkosten, Raumkosten, Steuern, Versicherungen, Werbekosten, Tilgungsleistungen, Privatentnahmen abgezogen. Daraus ergibt sich ihre Liquidität.

 

 

 

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